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Sorben/Wenden

Seit dem Frühmittelalter gerieten die östlich der Flüsse Elbe und Saale lebenden slawischen Stämme in den deutschen Einflussbereich. Sie bilden eine der Wurzeln der heutigen Bevölkerung Deutschlands. Nur in der Łužyca/Łužica/Lausitz konnte das Volk der Sorben*/Wenden* bis in die Gegenwart zwei Varianten der ansonsten verklungenen slawischen Sprachen bewahren und zu modernen Schriftsprachen entwickeln: Niedersorbisch/Wendisch in Brandenburg und Obersorbisch in Sachsen. Trotz eines nationalen Aufschwungs ab dem 19. Jahrhundert war das 20. Jahrhundert für das Volk konfliktreich: Auf ein Sprach- und Vereinsverbot im Nationalsozialismus folgte in der DDR zwar einerseits Minderheitenschutz, andererseits zehrten Kohleabbau, Kollektivierung der Landwirtschaft und starker Zuzug in die Lausitz an der Substanz. Heute sind der Ausbau der öffentlichen Anwendung des Sorbischen/Wendischen und die Sicherung des muttersprachlichen Schulunterrichts zentrale Fragen.