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Nordfriesen

Nordfriesisch ist mit neun Insel- und Festlanddialekten eine sehr feingliedrige Sprache. Der Erhalt dieser Vielfalt ist an viele Faktoren gebunden: Findet Friesisch Anerkennung als reguläres Schulfach? Wie wirken sich Massentourismus und steigende Immobilienpreise auf die lokalen Gemeinschaften aus? In welchem Umfang erfolgt staatliche Förderung? Viele Nordfriesen* sprechen heute als Muttersprache Platt oder Deutsch und vereinzelt auch Dänisch. Rituale wie das Biikebrennen bieten über die Sprache hinaus Wege, Teil der nordfriesischen Gemeinschaft zu sein.

 

Schulfach Friesisch

Für die Weitergabe der nordfriesischen Sprache sind Schulen unverzichtbar. Viele Eltern beherrschen Nordfriesisch kaum, weil es zeitweise als altmodisch galt, Kinder nicht auf Hochdeutsch zu erziehen. Noch in den 1980er Jahren warnten Lehrer* vor Nachteilen, wenn Kinder zweisprachig aufwüchsen oder Friesisch sogar als Erstsprache gelernt würde. Daher ist es heute vielen Familien wichtig, dass an Schulen Nordfriesisch tatsächlich erlernt werden kann. Allerdings ist Friesisch bisher nur in der Oberstufe auf Föhr und an einer dänischen Schule reguläres Fach. Alle anderen Schulen können Lehrer* nicht gezielt anwerben. Auch das Unterrichtsmaterial müssen die Pädagogen* selber entwickeln. Daher sehen im Moment nicht genug junge Menschen eine Berufsperspektive als Friesischlehrer*. Hier sind, wie auch beim vergleichbar zentralen Thema, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk so gut wie keine friesischsprachigen Sendungen ausstrahlt, geänderte politische Rahmensetzungen auf Landes- und Bundesebene dringend erforderlich.