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Deutsche Sinti und Roma

Sinti* und Roma* sind seit über 600 Jahren ein Teil der deutschen Bevölkerung. In dieser Zeit erlebten sie Phasen von Akzeptanz und Teilhabe sowie von Ausgrenzung und Verfolgung. Die nationalsozialistische Rassenpolitik schließlich führte zur Ermordung von rund 500.000 Sinti* und Roma* im systematisch organisierten Holocaust im NS-besetzten Europa. Die Zeit nach 1945 stand für die Sinti* und Roma* lange im Zeichen des Kampfes um die Anerkennung der an ihnen von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen. Trotz großer politischer Erfolge der Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti* und Roma* sind Angehörige der Minderheit weiter gesellschaftlicher Diskriminierung und rassistischer Anfeindung ausgesetzt. Das hat zur Folge, dass sich viele Sinti* und Roma* bis heute nicht als Angehörige der Minderheit zu erkennen geben. Die gleichberechtigte Teilhabe in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ist weiter eine Zukunftsaufgabe. 

Einweihung des Denkmals in Berlin-Tiergarten

In Sichtweite des Reichstages befindet sich seit 2012 das nationale Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti* und Roma* Europas. Seine Einweihung war ein wichtiger Meilenstein im langen politischen Kampf einer gesamten Generation deutscher Sinti* und Roma* um die Anerkennung des Holocaust an ihrer Minderheit durch die Bundesrepublik Deutschland. Kern der Anlage ist ein dunkler Wasserspiegel, in dessen Mitte auf einer kleinen Plattform jeden Tag eine neue frische Blume liegt.


RomArchive

RomArchive, das digitale Archiv der Sinti* und Roma* ist seit 2019 online. Es macht die Künste, Kulturen und Geschichte der Minderheit sichtbar und veranschaulicht ihren Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte. Die Sektion „Voices of the Victims“ präsentiert ausgewählte Selbstzeugnisse von Opfern und Überlebenden des Holocaust an den Sinti* und Roma*.