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Dänische Minderheit

Das alte Herzogtum Schleswig war ein Gebiet mit vielen Sprachen. Im 19. Jahrhundert gerieten seine dänischen und deutschen Bewohner* in einen nationalen, teils kriegerisch geführten Konflikt ihrer beiden „Mutterländer“ um die Grenzziehung in der Region. Die Volksabstimmung in Schleswig von 1920 und die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955 zwischen der BRD und Dänemark legten die Basis für eine friedliche Entwicklung. Deutsche auf der dänischen Seite und Dänen* auf der deutschen Seite der Grenze erfahren seither umfassenden Minderheitenschutz. In Schleswig-Holstein ist die dänische Minderheit heute ein unverzichtbarer Akteur in Politik, Kultur, Bildungs- und Sozialwesen. Als moderne „Bekenntnisminderheit“ steht sie allen offen, die sich ihr zugehörig fühlen und sich aktiv in ihr Miteinander einbringen wollen. Der Anspruch ist, ihren Mitglieder* ein dänisch geführtes Leben „von der Wiege bis zum Grab“ zu ermöglichen.

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Etwas Drittes sein“

Bikulturalität ist heute für die Angehörigen der autochthonen Minderheiten in Deutschland eine selbstverständliche Facette ihres Lebens. Sie wird aber als Konstante auch immer wieder kritisch befragt und kann auch zur emotionalen Herausforderung und zum Debattenanlass in den Gruppen werden, weil sie die Frage nach Zugehörigkeit und der Sicht auf die eigene Identität in sich trägt. Die Antworten sind individuell verschieden und hängen u.a. auch mit den unterschiedlichen Lebenswelten und biografischen Erfahrungen der Generationen zusammen. 

Line und Clara sind Schülerinnen der Gustav Johannsen Skolen in Flensburg und gehören zur „Sydslesvig Crew”, einem Projekt, das die Schüler der 7.-10. Klassen der Gemeinschaftsschulen der Minderheit als Wahlfach belegen können. Die beiden erzählen über ihr Zugehörigkeitsgefühl zur dänischen Minderheit, ihre Zweisprachigkeit und das Leben mit zwei Kulturen.